Fragen rund um die Impfung mit dendritischen Zellen

Welche Tierarten werden behandelt?

Pferde, Hunde, Katzen

Welche Tumorarten wurden bereits behandelt?

Ursprünglich wurde vor einer Dekade mit der Behandlung von Pferden begonnen (zunächst Sarkoide, dann auch Melanome, Karzinome, Sarkome).

Ergebnisse:

Sarkoide ca 65% vollständige Abheilung, ca 17% sehr gute Reaktion

Sarkome/Karzinome im Lidrandbereich: fast 100%

weitere Tumoren noch nicht häufig genug, aber auch gute Ergebnisse

Behandlung bei Kleintieren seit 2005:

Hunde: Behandlung diverser Tumoren mit sehr positiven Erfahrungen, eindeutige positive Ergebnisse inzwischen bei Histiozytose (u.a.Berner Sennenhunde) und Mastzelltumoren, Behandlung vieler anderer Tumorarten mit erfolgversprechendem Ergebnis, auch bei Hepatomen

Katzen zum Teil sehr gute Erfahrungen, wichtig Beginn der Behandlung schon kurz nach OP (Fibrosarkome). Spontanremissionen (z.B. Lungentumoren) Optimierung der Impfung läuft durch Änderung im Produktionsablauf Vakzine.

Generell gilt: die besten Ergebnisse werden bei geringer Tumorlast erzielt – also zum Beispiel nach durchgeführter Operation.

Wie oft wird geimpft?

Wir empfehlen auf jeden Fall bei jeder Tumorart eine ERST-Impfung durchführen zu lassen. Schon nach kurzer Zeit kann dann der Erfolg beurteilt werden. Sollte keine Besserung eintreten muss das weitere Vorgehen besprochen werden. Ansonsten wird weiter mit dendritischen Zellen gearbeitet.

Im Allgemeinen hat sich die dreimalige Behandlung im monatlichen Abstand bewährt.

Bei Tumoren, die ohne geprimte Zellen behandelt wurden – also ohne Tumorgewebe in der Impfung – empfehlen wir die halbjährliche Wiederholung.

Bei Sarkoiden der Pferde muss nach Abheilungsgrad über weitere Impfungen entschieden werden.

Wie und wohin erfolgt die Impfung?

Der Impfstoff muss vor der injektion vorsichtig geschwenkt werden, damit sich die an der Spritze „klebenden“ dendritischen Zellen lösen.

Die Impfung erfolgt normalerweise intracutan. Je nach Tumorart wird von uns auch eine intravenöse oder intraabdominale Impfung empfohlen. Die intratumorale Impfung scheint nicht so erfolgversprechend.

Wo erfolgt die Impfung?

Wir haben inzwischen eine mehrjährige Erfahrung mit der Behandlung von tumorkranken Tieren mit dendritischen Zellen und beraten gerne die behandelnden Haustierärzte. Da bei den erkrankten Tieren oft nur von einer eingeschränkten Reisemöglichkeit ausgegangen werden kann, arbeiten wir mit den Kollegen zusammen bei der Behandlung der Patienten. Wir lassen die notwendigen Proben in der heimatlichen Praxis abholen und wieder zur Behandlung ausliefern.

Denn: statistisch ist bekannt, dass fast jeder fünfte Hund auf einer längeren Reise erkrankt. Wie soll es dann wohl bei Tieren ergehen, die immunologisch durch ihre Tumorerkrankung geschwächt sind!?

Was ist besonders wichtig, wieviel Tumorgewebe wird benötigt für drei Impfungen?

Wenn eine Tumoroperation bei einem Tier ansteht, denken Sie bitte schon an eine eventuell notwendig werdende Nachbehandlung und

frieren Sie einen Teil des Tumorgewebes in steriler Kochsalzlösung ein!!! Für drei Vakzinen werden optimalerweise ca ½ x ½ cm Tumorgewebe benötigt.

Was wird für die Vakzineherstellung benötigt?

Jedes Mal:

Pferd

Hund

Katze

Baxterblutbeutel 450 ml

1 ml je kg KGW. mind. 8 ml Vollblut

mind. 8 ml Vollblut

verdünnt mit Nacitrat im Verhältnis 10 ml Blut zu 1 ml Nacitrat (3,13%)

ca. 10 ml Blutserum

mindestens 1 ml Serum

cave: bitte abzentrifugieren- wichtig wegen Hämolysegefahr

Nur für erste Vakzine

  • Tumorgewebe (falls vorhanden). Das Tumorgewebe wird wieder eingefroren und für weitere Vakzinierungen genutzt.
  • Ergebnis Pathohisto von der Untersuchung des Tumorgewebes
  • ggf. Fotos der Behandlung (gern per mail!)

Wie erfolgt der Versand von Blut und Tumorgewebe?

Bitte Blut und Tumorgewebe mit Kühlakku in eine Styroporbox packen. Das Tumorgewebe kann ruhig auf- bzw. antauen. Die Box wird nach Absprache am frühen Nachmittag des Blutentnahmetages beim Haustierarzt mit Schnelldienst abgeholt. Die Rücksendung erfolgt ebenfalls in gekühltem Zustand.

Wann soll die Impfung erfolgen?

Die Impfung sollte (möglichst) am Tag der Ankunft in der Praxis erfolgen. TNT liefert am Vormittag aus. Ist eine Impfung für einen längeren Zeitpunkt nicht möglich, sollte die Impfung eingefroren werden. Dadurch wird allerdings die Wirksamkeit eingeschränkt.

Wie unterscheidet sich das Protokoll bei den verschiedenen Tierarten?

Bedingt durch die unterschiedliche Reifung der Dendriten bei den Tierarten ergibt sich folgender Zeitplan:


Hund und Pferd

Bluteinsendung Montag bis Mittwoch, Impfung 9 Tage später: je nachdem Mittwoch bis Freitag der folgenden Woche

Katze

Bluteinsendung Montag bis Donnerstag, Impfung 8 Tage später Dienstag bis Freitag der folgenden Woche

Welche zusätzlichen Behandlungsmethoden können durchgeführt werden?

  • alle naturheilkundlichen Verfarhen (Homotxikologie, Homöopathie, Akupnktur)
  • negative Erfahrungen bisher bei Paramunisierung

Wir haben hier versucht alle inzwischen aufgetretenen Frage rund um die Impfung zu beantworten.

Bitte melden Sie sich gerne bei Rückfragen

Ihr Praxisteam Dr. Grammel